
Geschichte und Kontext
Die Organisation LEFÖ, wie sie sich zum jetzigen Zeitpunkt zeigt und aktiv ist, ist das Ergebnis eines langen Weges, der durch Selbstorganisation, politisches Engagement und den konsequenten Einsatz für

Unser Buch über Frauenhandel, 1997
die Rechte von MigraAntinnen* geprägt war. Ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen als exilierte Frauen* verfolgten die Gründerinnen* von Anfang an das Ziel, einen solidarischen und selbstorganisierten Umgang sowie ein ganzheitliches Beratungskonzept zu entwickeln, das der komplexen Lebensrealität migrantischer Frauen* gerecht wird.
LEFÖ ist als Idee und politisches Projekt entstanden. Bis heute trägt die Überzeugung, dass Migration ein Menschenrecht ist und eine gesellschaftliche Realität darstellt, sowie die Überzeugung, dass Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Sexismus und Eurozentrismus aktiv entgegengetreten werden muss.
Aus einem Verein lateinamerikanischer Migrantinnen* ist LEFÖ im Laufe von 40 Jahren ein Ort für Frauen* aus allen Regionen der Welt geworden. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Namensänderung von Lateinamerikanische exilierte Frauen in Österreich zu LEFÖ – Beratung, Bildung und Begleitung für Migrantinnen* wider.
LEFÖ als politischer Raum in Exil und Migration, als Heimat für Mitstreiterinnen und für die Marginalisiertesten der globalen Ausbeutung und Unterdrückungen, das Vibrieren im dichten Netz transnationaler feministischer Solidarität
[Zitat aus dem Editorial der Festschrift für Maria Cristina Boidi, Mitgründerin des Vereins LEFÖ]
Die Zielgruppen von LEFÖ sind vielfältig: Frauen* und weiblich gelesene Personen* mit unterschiedlichen Bildungswegen, Fluchterfahrungen oder Hoffnungen auf bessere Arbeits- und Lebensbedingungen gehören dazu. Darunter sind: Sexarbei

Premio Johanna Dohnal para Maria Cristina Boidi, 2010
terinnen*, Pflege- und Haushaltsarbeiterinnen*, Kellnerinnen*, Studentinnen*, Mütter*, Töchter*, Großmütter*, Ehefrauen*, Erntehelferinnen. LEFÖ vereint Frauen*, Migrantinnen* mit unterschiedlichsten Lebensgestaltungen, diversen Erfahrungen und Lebensentwürfen, Frauen* verschiedensten Alters. Die Themen, die die Gesellschaft bewegen, werden von den Frauen* eingebracht – und von LEFÖ aufgegriffen, politisiert und in konkrete Arbeit übersetzt.
Gleichzeitig sind in LEFÖ zum heutigen Zeitpunkt knapp 50 Frauen* aktiv, auch deren professionelle und persönliche Hintergründe sind verschiedenster Arten. Die Arbeit in LEFÖ wird erweitert und vervollständigt durch Akteurinnen* verschiedenster Fachrichtungen, wie Anwältinnen*, Ärztinnen*, Dolmetscherinnen*, Psychotherapeutinnen*, Kunstschaffende, Rassismusexpert*innen, uva. Alle gemeinsam entwickeln Fachwissen und bringen ihre Erfahrungen und Expertisen ein, um dem ganzheitlichen Zugang von LEFÖ gerechter zu werden.
Aus den Erfahrungen und den inhaltlichen Auseinandersetzungen heraus muss sich ein feministischer, intersektionaler und ganzheitlicher Ansatz immer wieder neugestalten und entwickeln, um den komplexen Herausforderungen migrantischer Frauen* begegnen zu können und sichtbar zu machen.

Taller “Resistance Quilt”, 2024
In den vergangenen Jahrzehnten leistete LEFÖ Pionierarbeit: insbesondere in der Arbeit mit migrantischen Sexarbeiterinnen* sowie mit der einzigen in Österreich anerkannten Opferschutzeinrichtung für von Frauenhandel Betroffene. Diese Entwicklungen waren eine Antwort auf die Ausweitung weiblicher Migration und auf die zunehmende Gewalt und Ausbeutung, von der Migrantinnen* betroffen sind.
