
Politische Positionierung
LEFÖ versteht sich als intersektional arbeitende Organisation, die Frauen* in ihrer Vielfalt wahrnimmt und die gesellschaftlichen Machtstrukturen, die ihr Leben prägen, sichtbar machen. Der Zugang ist daher nie linear, sondern bewusst komplex, kreativ und ressourcenorientiert.

Bundesweite Kampagne „Sexarbeiterinnen haben Lust …. auf ihre Rechte!“, gemeinsam umgesetzt mit maiz, 2007
Zentral ist die Überzeugung, dass Migrantinnen* nicht für strukturelle Probleme verantwortlich gemacht werden dürfen, sondern dass sie die dahinterliegenden Formen von Gewalt erkennen und transformieren können. Ein Beispiel dafür ist die politische Positionierung zu Sexarbeit: Anstatt migrantische Sexarbeiterinnen* zu kontrollieren oder zu kriminalisieren, setzt sich LEFÖ dafür ein, sie als soziale und politische Akteurinnen* anzuerkennen.
Seit 40 Jahren arbeitet LEFÖ daran, die Position von Migrantinnen* im gesellschaftlichen Diskurs zu verändern. Viele Themen der Frauen*migration sind in Österreich tabuisiert, unsichtbar oder bewusst verdeckt – LEFÖ bringt sie in die Öffentlichkeit und macht sie politisch.
Migrantinnen kommen im öffentlichen Diskurs selten zu Wort. Ihnen wird häufig eine „natürliche Verletzlichkeit“ zugeschrieben, während systemische Ursachen für Gewalt und Ausbeutung verschleiert werden. Die politisch angebotenen „Lösungen“ zu Migration und weiblicher Migration widersprechen oft den Lebensrealitäten der Frauen* selbst. LEFÖ stellt diesen Narrativen eigene Perspektiven entgegen, etwa die Frage:
„Wie würde diese Gesellschaft funktionieren, wenn wir nicht da wären?“
Sich für die Rechte von Migrantinnen* einzusetzen, bedeutet auch, sich gegen Kriminalisierungs- und Illegalisierungsdiskurse zu stellen. Es bedeutet, die Strategien anzuerkennen, die Frauen* entwickeln, um Armut zu überwinden. Dies hat direkte Auswirkungen auf die zunehmende Feminisierung der Migration sowie auf die Übernahme von Sorge- und Reproduktionsarbeit durch Frauen* aus dem Globalen Süden. Migrantinnen* sind dabei Teil globaler Arbeitsmigration – und verdienen Schutz, Anerkennung und politische Sichtbarkeit.
Politisches Handeln bedeutet in LEFÖ auch, in der Bildungs- und Beratungsarbeit Akzente zu setzen, indem neue Projekte umgesetzt werden, die die Herausforderungen aufgreifen, mit denen Migrantinnen*, Lernerinnen* konfrontiert sind. Seien es Projekte, die die Digitalisierung thematisieren und zugänglich machen oder auch Projekte, die Menschenrechte besprechbarer machen.
LEFÖ greift die Themen auf, die Migrantinnen* einbringen. Wir stellen diese in den Kontext von Gesellschaft und Politik und fordern die Berücksichtigung der Bedarfe von Migrantinnen*. Wir fordern politische Entscheidungsträger*innen und gesellschaftliche Akteur*innen auf, sich klar und eindeutig für eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituation von Migrantinnen* einzusetzen.
