Frühling der Erinnerung
Während der Laufzeit der Ausstellung „Viena Latina – Leben zwischen den Welten“ fand im Wien Museum auch die Veranstaltungsreihe „Frühling der Erinnerung“ statt.
In performativen Formaten teilten die Citizen Scientists und Teilnehmer*innen der verschiedenen Projektbereiche ihre Erfahrungen und Ergebnisse mit einem breiten Publikum.
Baum der Erinnerungen: Oral History in der Migration
26. März 2026 – Wien Museum
Am 26. März wurde die kollektive Performance „Der Baum der Erinnerungen“ präsentiert, entwickelt von der Gruppe der Citizen Scientists des Bereichs Oral History im Projekt Viena Latina. Nach zwei Jahren gemeinsamer Arbeit und mehr als 70 Interviews mit Menschen aus Lateinamerika und der Karibik, die in Wien leben, bildete diese Veranstaltung den Abschluss eines Prozesses, der Erinnerung, mündliche Erzähltraditionen und Migration künstlerisch in den Mittelpunkt stellte.
In den Ateliers A und B des Wien Museums verwandelte die Performance den Raum in einen lateinamerikanischen Platz – einen Ort der Begegnung, gemeinsamer Erinnerungen und geteilter Stimmen. Durch Poesie, Tanz, szenische Darstellung, Musik und audiovisuelle Elemente wurden Ausdrucksformen, Gesten und Erzählweisen lateinamerikanischer Mündlichkeit aufgegriffen und neu interpretiert.
Im Zentrum stand ein vom Kollektiv selbst gebauter Holzbaum, inspiriert von der Bildsprache der Brigada Ramona Parra. Er wurde zum Symbol für Erinnerung, Gemeinschaft und kulturellen Ausdruck. Den Abschluss bildete eine Einladung an das Publikum, gemeinsam drei offene Fragen zu beantworten und die eigenen Gedanken in eine kollektive Live-Installation einzubringen.
Nach der Aufführung ergänzten die Partnerorganisationen Lateinamerikanische Dachverband, MILAT (Migrantes Latinos) und Casa Cultural Colombiana die Ausstellungsvitrine um neue Objekte und erweiterten damit das gemeinsame Archiv von Erinnerungen und Ausdrucksformen der lateinamerikanischen und karibischen Communities in Wien.
Photovoicein Viena Latina: Bilder und Stimmen der Migration
16. April 2026 – Wien Museum
Die Veranstaltung Photovoice in Viena Latina: Bilder und Stimmen der Migration brachte Teilnehmende und Publikum zu einem gemeinsamen Austausch über Bilder, persönliche Erzählungen und kollektive Reflexion über Migration zusammen.
Ausgehend von den Erfahrungen aus den Photovoice-Workshops teilten die Teilnehmenden persönliche Perspektiven und Einblicke in ihre eigenen Migrationsgeschichten. Das Format schuf einen offenen und nahbaren Raum für Zuhören, Dialog und gegenseitige Anerkennung.
Begleitet wurde die Veranstaltung durch einen musikalischen Beitrag des guatemaltekischen Sängers José Chamané, der die intime und partizipative Atmosphäre des Treffens unterstützte und vertiefte.
Zum Abschluss des Abends ergänzten die Organisationen FC Los Andes, Cultura Latina & Österreich sowie Latino TV die Ausstellungsvitrine im Wien Museum um neue Objekte – ein Vereinsschild, einen Kreisel und einen Mikrofonwürfel. Diese Gegenstände stehen stellvertretend für unterschiedliche Formen kulturellen, medialen und gemeinschaftlichen Ausdrucks der lateinamerikanischen Communities in Wien.
Urbane Spaziergänge in Viena Latina: Wege und Orte
19. Mai 2026 – Wien Museum
Am 19. Mai fand in den Ateliers des Wien Museums die Abschlussveranstaltung des Projektschwerpunkts Urbane Spaziergänge von Viena Latina statt. Ziel des Projekts war die Entwicklung von drei Stadtrouten sowie begleitenden Bildungsmaterialien, um die Präsenz, den Alltag und das Vermächtnis von Menschen aus Lateinamerika und der Karibik in Wien sichtbar zu machen.
Im Rahmen eines interaktiven Rundgangs durch verschiedene im Museum gestaltete Stationen wurden zentrale Erkenntnisse, Erfahrungen und Ergebnisse aus den Monaten der gemeinsamen Arbeit mit dem Publikum geteilt. Die Veranstaltung eröffnete unterschiedliche Perspektiven auf die Stadt und machte sichtbar, wie Erinnerung und Zugehörigkeit aus migrantischen Erfahrungen heraus entstehen.
Die Teilnahme der Gruppe Maracatu Nossa Luz mit Gesängen und Rhythmen aus dem Norden Brasiliens schuf eine Atmosphäre der Begegnung, Beteiligung und gemeinsamen Reflexion. Als symbolischer Abschluss wurden die Besucher*innen eingeladen, ihre Erfahrungen in der Stadt zu „transformieren“ und die vielfältigen Möglichkeiten Wiens als Ort des Zusammenlebens und des gemeinschaftlichen Gestaltens wahrzunehmen.
Im Rahmen der Veranstaltung übergaben die Gruppen Ni Una Menos Austria, Radio Latin Lounge, Sociedad Austroperuana und Decolonizing in Vienna Objekte an die Ausstellungsvitrine und erweiterten damit das gemeinsame Archiv von Erinnerungen, Wegen und Migrationserfahrungen.

















