Foto: WienMuseum

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Foto: WienMuseum

Letzter-Termin_Britta-Schwenk

Foto: Britta Schwenk

Diese gemeinschaftliche Installation entstand im Rahmen des Projekts Viena Latina für die Ausstellung „Viena Latina. Leben zwischen den Welten“ im Wien Museum. Ausgangspunkt war die Einladung, unsere Migrationserfahrungen und unsere Beziehung zu Wien kreativ sichtbar zu machen. Zugleich war es uns wichtig, das Werk in die Sammlung des Museums aufzunehmen und damit im kulturellen Gedächtnis der Stadt zu verankern. Von Beginn an entschieden wir uns für eine partizipative Arbeitsweise: im Dialog, im Austausch und in kollektiver Zusammenarbeit. So wuchs eine emotionale Karte aus vielen einzelnen Elementen, in denen sich gemeinsame und persönliche Erfahrungen miteinander verweben. Sie erzählt von unseren migrantischen Lebenswelten und hinterlässt eine Spur unserer Geschichten.

Um diese Karte zu entwickeln, trafen wir uns mehrfach im Wien Museum. Begleitet von den Community-Kuratorinnen arbeiteten wir mit offenen Fragen, die Erinnerungen weckten und Gespräche anregten: Aus welchen Perspektiven sprechen wir? Wie entstehen Gemeinschaften? Wo begegnen wir uns in der Stadt? Welche Orte, Momente und Gefühle verbinden uns? Und wie prägt Migration Wien? Unsere Gedanken und Erfahrungen flossen direkt in die Gestaltung ein. Im kreativen Prozess haben wir vielfältige Techniken auf Textil als Ausdrucksform gewählt. Sie sind weit mehr als Handarbeit: Im gemeinsamen Tun entstehen Ruhe, Begegnung und Austausch. Mit jedem Faden und jedem Knoten wachsen nicht nur textile Strukturen, sondern auch soziale Verbindungen.

Michaela Kronberger

Gemeinsame Arbeit_Michaela Kronberger

Foto: Michaela Kronberger

Textilkunst hat in den Amerikas eine lange, grenzüberschreitende Tradition. Sie verbindet kulturelles Erbe mit Widerstand, schafft Räume des Miteinanders und ermöglicht Heilung. Durch das gemeinsame Gestalten werden vielfältige Geschichten sichtbar. So verankert dieses Stück textiler Erinnerungskultur die Präsenz und das Erbe lateinamerikanischer Migration im Gedächtnis Wiens – nicht als etwas Starres, sondern als lebendigen, sich wandelnden Teil der Stadt. Wenn wir Materialien, Geschichten und Erinnerungen teilen, wird das Persönliche kollektiv. Unsere Arbeit erweitert Wiens Geschichte um Perspektiven, die lange gefehlt haben.

„Hier sind wir.“ Das selbstbewusst zu sagen, macht unsere Präsenz sichtbar – und unseren Wunsch, mit unseren Erfahrungen Teil des kulturellen Erbes dieser Stadt zu sein.

Michaela Kronberger

Gemeinsame Arbeit 2 _Michalea Kronberger

Foto: Michaela Kronberger